Wer schon einmal gesegelt ist, weiss wie wichtig ein sicherer Halt im Wellengang ist. So kann es schon vorkommen, dass man sich während dem Segeln in der Schräglage auf dem Weg zur Toilette wie beim Bouldern / Klettern fühlt: Immer auf der Suche nach dem nächsten Griff. 

In unserem Segelschiff sollen daher genügend Haltegriffe zur Verfügung stehen. Bei der Auswahl nach dem richtigen Material haben wir uns im steilsten Wald Inspiration gesucht. Warum nicht Äste von Bäumen nehmen? Welcher Baum würde sich eignen? Zuerst war die Idee frische Äste im Frühling, wenn sie voll im Saft sind zu entrinden. Unsere Sorge dabei war, dass es z.B. Risse beim Trocknen geben könnte. Im Austausch mit einem guten Freund sind wir auf Kastanienholz aufmerksam geworden. Es ist sehr beständiges, langfasriges Holz, das gerade wächst. 

Erneut gingen wir in den Wald und haben Ausschau nach Kastanienästen gehalten. Zunächst Frische und dann sind wir auf die abgestorbenen, toten Äste am Boden aufmerksam geworden. Die modrig-aussehenden Kastanienäste haben ein weiches Äusseres und einen harten Kern. Einige Exemplare sind bestimmt schon 20 Jahre alt und immer noch stabil. Möglich ist dies aufgrund des rascher gammelnden Splintholzes im Vergleich zum Kernholz. Durch das Bürsten kommt das äussere, weich gewordene Splintholz weg und unten zum Vorschein kommt das intakte Kernholz. Das Resultat ist in der Optik sehr ähnlich zum Schwemm-Holz.