Erleichterung und Freude

Der erste Morgen, an dem wir durch die Fenster aufs Meer schauen. Wir haben gut geschlafen, sind erleichtert, dass der Gewichtstrimm stimmt und alles dicht ist. Gefühlt stündlich kontrollieren wir die Bilgen, und schauen, ob da immer noch alles trocken ist. Unmerklich, wenn man sich nicht darauf achtet, wankt das Boot. Nur wenn ein anderes Boot vorbeifährt und Wellen wirft, wird man sich bewusst: sie schwimmt. Die Yacht liegt leicht steuerbordlastig im Wasser, was aufgrund der einseitigen Wassertankbefüllung und des Riggzubehörs unter Deck auf Steuerbord zu erwarten war. Nun können wir uns die nächsten 1.5 Tage den Decksaufbauten und den Vorbereitungen zum Maststellen widmen.

Morgens kommen die Werftmitarbeiter und tragen das Deckshaus vom Kransteg aufs Deck. Da es manchmal leicht regnet, ist das Dach über dem Niedergang viel wert. Deckshaus, Reling, Geräteträger, Seilrollen und Mastkorb, alles wird zum letzten Mal montiert. Nicht zu vergessen: die Badeleiter. Der Transporteur hat uns beim Abschied auf den Weg mitgegeben, wir sollen diese bald montieren. Man wisse nie, ob jemand unfreiwillig baden geht…
Und wir seien übrigens die ersten Selbstbauer, die den vereinbarten Transporttermin eingehalten haben!

Es folgt die erste Fahrt an Leinen gezogen eine Schiffslänge nach vorne, der Platz unter dem Kran wird gebraucht. Sanft gleitet sie durchs Wasser. Beeindruckend, wenn man sich vorstellt, dass es rund 16 Tonnen sind, die sich von Hand durchs Wasser “ziehen” lassen. Während wir uns durchs Wasser in der Verantwortung der Werftmitarbeiter ziehen lassen, schwebt in unserem Hinterkopf, dass bald unser erstes Manöver unter Motor bevorstehen würde. Fürs Maststellen müssen wir uns nämlich 180Grad drehen, ein herausforderndes Manöver. Läuft der Motor zuverlässig und dreht der Propeller? Wie wird es sich steuern lassen?

Und die weiteren Fragen: Passt der Mast? Sind alle Abspannungen richtig in der Länge? Lassen sich die Rollreffanlagen problemlos stellen? Fragen über Fragen in unseren Köpfen.