Abends allein im Boot, die erste Nacht vor Anker. Die ganze Anspannung fällt weg. An den Tagen am Werftsteg sind wir uns abhängig vorgekommen, jeder Tag kostet Liegegebühr und vor allem der Druck, den Kransteg bald verlassen zu müssen und in eine Box zu fahren, sitzen uns im Nacken. Ein solches Hafenmanöver ohne Erfahrung in diesem für uns eher engen Hafen wollten wir unbedingt vermeiden. Wir haben es geschafft, den Hafen zu verlassen, haben einen geschützten Ankerplatz gefunden.

Jetzt schwoien wir am Anker, unser ganzes Vermögen an dem selbst geplanten und montierten Ankergeschirr. Hält die Kette? Es sind bis zu 30kn Wind angesagt. Selbst messen können wir nicht, da der Windmesser noch nicht in Betrieb ist. Es sind unsere ersten Erfahrungen mit dieser Yacht, wie wird sie sich verhalten?
Stefanie stellt sich den Wecker in stündlichen Abständen für die Ankerwache, sie kontrolliert unsere Position. Wir sind beide müde von den Strapazen. Zudem holt David seine Rippenverletzung von vor ein paar Tagen wieder ein. Die Schmerzen sind plötzlich sehr stark, jede Bewegung schmerzt, wird zur Qual. Ein Freund, der schon ein paar Rippenverletzungen gehabt hat, erklärt uns man könne nicht viel machen. Der Schmerz bestimme die Bewegung. Das heisst, wir werden einfach abwarten, weiterarbeiten soweit es ging.

Die Sonne begrüsst uns morgens durch die Fenster im Heck und scheint auf unser Bett. Aufstehen, eine Tasse Tee machen und ins Cockpit sitzen, den Wellen und den Vöglen lauschen, einfach aufs Meer blicken.