Etwas Wesentliches für die Segelyacht

Als gerade keine beobachtenden Augen am Kransteg sind, nehmen wir das Manöver in Angriff. Wir drehen Aroha über das Heck unter Motor um 180 Grad. Für die Drehung bleiben vorne und hinten je nur etwa 2 Meter, also nicht viel Platz zum Manövrieren. Zum Glück ist kaum Wind im Hafen. Der Antrieb und die Steuerung funktionieren und das Manöver gelingt, wir sind froh, als die Leinen wieder fest sind.

Bei strömendem Regen befestigen wir das stehende und laufende Gut selbst. Kleidertechnisch sind Badehosen und Flipflops oder Regenhosen angebracht. Ein kurzer Schreckensmoment beim Anbringen der Salinge: fehlt da eine Kunststoffhülse? Das würde bedeuten, dass wir den Mast nicht am Folgetag stellen könnten. Ein Telefon mit dem Mastbauer, der den Mast vor 5 Jahren gefertigt hat, ist klärend: alles ist vollständig. Zum Glück können wir ihn so unmittelbar und abends um 20 Uhr erreichen. 

Freitagnachmittag, für die Mitarbeiter der Werft der letzte Auftrag vor dem Wochenende, wird der Mast gestellt. Die Kontrolle durch den Fachmann wirft Fragen auf: Die Windmesserhalterung sei rund 180 Grad falsch montiert, die Yacht werde damit nach den Instrumenten nie korrekt im Wind segeln. Wir konnten dies kaum glauben, da wir vor der Montage die Anleitungen gut studiert haben und da es im 21. Jahrhundert möglich sein sollte, den Windgeber in alle möglichen Richtungen zu kallibrieren. Zudem die lustige Frage, ob denn die Maststufen genügend hoch montiert seien und ob wir dies nicht übers Wochenende ändern und erst am Montag stellen wollen. Für uns keine Frage, wir wollen den Mast vor dem Wochende stellen, falls man den Halter im Nachhinein drehen müsste, könnten wir das in der Ankerbucht dank den Maststufen – die selbstverständlich so angebracht sind, dass man bis ganz nach oben kommt – tun.

Auch die Rollreffanlagen zu stellen, sei gemäss Fachmann mit dem vorhandenen Abspannungen nicht möglich. So spannen wir den Mast provisorisch nach vorne ab und die Arbeiter gehen ins Wochenende.

Wir wollen es nicht glauben, dass es nicht passe und kontrollieren  anhand der Pläne am Samstag noch einmal alle Abspannungen und stellen fest, dass der Mast um ein paar Zentimeter falsch geneigt steht. Als wir dies korrigieren, passt auch das Vorstag.

Den Bolzen, den man angeblich nicht entfernen könne, entfernen wir zusammen mit Fabio. Es gehen dabei 3 Sägeblättchen und einige Bohrer kaputt. Die Aussage, es sei unmöglich, ist somit nachvollziehbar aber dennoch sogar mit Bordmitteln widerlegt. Glücklicherweise können wir den Bolzen für das zweite Vorstag ebenfalls selbst entfernen. Die Teile wären – wie wir später erfahren – nicht lieferbar gewesen.

Am Montagmorgen ist die Rollreffanlage gestellt, die letzten Vorbereitungen, um am Mittwochmittag den Hafen zu verlassen, laufen auf Hochtouren. Alles in Allem sind wir sehr zufrieden, wie alles verlaufen ist. Wir haben mit minimalster Unterstützung eingewassert und den Mast gestellt und können den Hafen nach einer Woche Aufenthalt verlassen.